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Seltsame Dinge auf der Langwelle?

Von DL8MEW | 5.Januar 2015

Hallo Leute,

es tun sich seltsame Dinge auf der Langwelle !!! Ich bin heute nachmittag
gegen 16 Uhr von meinem Büro in Oberpframmern die 7km nach Hause gefahren.

In meinem Autoradio war noch die Langwelle 153 kHz eingestellt die ich
in der Sylvesternacht noch den DLF gehört hatte. Zu meiner dicken
Überraschung ein dickes fettes Signal auf 153 kHz mit Balkan-Musik.
Einwandfrei und völlig rauschfrei zu empfangen !!!!

Dann zu Hause habe ich meinen FlexRadio 5000 SDR angeworfen und meine
Aktivantenne auf Langwelle abgestimmt. Ich traute meinen Ohren nicht, auf
der Frequenz ein Signal mit – 48 dBm also rund ein Millivolt !!!

Das Signal stammt von der rumänischen Station „Radio Seletor“ einer Art
Info-Kanal für die rumänische Landbevölkerung und ist fast völlig rausch-
und schwundfrei aufzunehmen. Durch das verschwinden der letzten
deutschen Langwellensender sind nun urpötzlich ganz
neue Empfangsmöglichkeiten auf diesem interessanten Band entstanden.
Auf der ehemaligen 207 kHz wo der DLF Ahoming war (bei Deggendorf) ist
nun seit neuestem TFF Icelands Radio vor allem nachts mit seinem
ersten Radioprogramm gut zu hören, tagsüber jedoch nur schwach.
Mit meiner Aktivantenne und SDR-Empfänger kann ich den rund 3000 km
(!!!) entfernten Sender aus Island der nur 100 kW hat (!!!),
ganz ordentlich aufnehmen.

Genau daran zeigt sich, wie unendlich blöde unsere „Entscheider“ sind.
Es zeigt sich nun, dass sogar 3000 km entfernte Langwellensender
hier in München aufgenommen werden können die vorher überdeckt waren.
Welcher DAB-Sender ermöglicht es schon, mit 100 (oder sollen es auch
von mir aus 1000 kW sein) ein Gebiet von 28 MILLIONEN
QUADRATKILOMETERN zu versorgen, denn genau das macht die isländliche
Langwelle nun.
Wieviele DAB Sender mit welcher Gesamtleistung bräuchte man,
um das Gleiche zu machen, was früher die Langwelle so einfach
und mühelos tat ?? Mein Gott kann ich nur sagen …. und die Herren von
der ARD begründen das damit dass nun „massiv Kosten gespart “
würden ….. Viele Länder wissen schon warum sie noch immer an
Lang- und Mittelwelle festhalten, nur wir Deutschen sind so blöd.

Ich habe bekanntlich ja mehrere Jahre beruflich in Australien gelebt und
abends immer gerne mit meinem Transistor-Radio die Deutsche Welle
gehört um mich mit News aus der Heimat zu versorgen.
Der Lokale Rundfunk findet im Känguruh-Land AUCH HEUTE NOCH zu 95%
auf der Mittelwelle statt, auf UKW findet man allenfalls in
Millionenstädten eine knappe Handvoll Sender die meist nur klassische
Musik a la Bayern 4 aussstrahlen. Auf der dortigen Mittelwelle steppt aber
der Bär, man kann man sich über großflächig völlig störungsfreien Empfang
in STEREO freuen mit NF-Bandbreiten von 9 kHz. Hierzu werden zwei
Träger nebeneinander gesetzt und die Kanäle nicht alle 9 kHz wie in Europa
sondern nur alle 18 kHz belegt. Einer überträgt rechts, der andere
links. SO macht man das in Down Under und diese Sender reichen
500 km weit und mehr ….

Mein Lieblings-Sender war und ist übrigens seinerzeit „Brisbane 4kQ“
auf 693 kHz AM STEREO (der andere Träger ist 18 kHz höher) der
nur 2x 50 kW hat und an der gesamten autralischen
Ostküste bis hinunter ins 1000km entfernte Sydney bestens zu empfangen
war und noch immer ist. Auch im Autoradio !!! Das Programm ist
absolut super, ich höre gerne heute noch rein und ist legendär toll.
Brisbade 4KQ hat den Ruf des „Australischen Radio Luxemburg“ der 80er
Jahre, allerdings ohne die seichte hiesige Waschmittelwerbung und
mit toller Musik, vor allem Oldies ….

Hier zum Abschluss noch ein kleiner Empfangsbericht von der „Neuen
Deutschen Langwelle“ vom 05.01.2015 gegen Mitternacht:

ROU Brasov 153 S=9+25dB -51dBm
F 162 S=9+20 -54
MRC 171 S=9+10 -66
D 183 S=9+30 -46 split frequency von Europe-1 Saarlouis,
ISL 189 S=7 -80dBm
GB 198 Droitwich S=9+5 -68
ISL 207 S=8 -74
POL 225 S=9+20 -52
LUX 234 S=9+10 -64
IRL 252 S=9+10 -63

73 de Rainer DF2NU

QSP
de Klaus, DL8MEW

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